Thursday, April 14, 2016

Olfactory Walk




Die Gruppe MAARA bietet Spaziergänge durch die sich permanent verändernde Stadt an. Der ol-fac-to-ry walk ist ein Spaziergang, bei dem die Nase durchaus die unterschiedlichen sozialen Schichten erschnüffeln kann. Das Viertel Domlur liegt an einem Fluss, der über und über mit Müll zugeschüttet ist, dem entsprechnd riecht es auch. Dennoch werden auch hier viele schicke Apartmentblocks gebaut, die mitunter direkt unter stinkenden Müllhalden liegen.



Ein Schwerpunkt des Spaziergangs war die Beschäftigung mit der Situation derjenigen, die den Müll behandeln, die in der Regel den Dalit angehören, die nach wie vor Schwierigkeiten haben, sozial aufzusteigen, auch wenn es gesetzlich vorgesehen ist, dass sie Zugang zu Universitäten bekommen. Ihr gesellschaftlicher Status ist nach wie vor ganz am unteren Ende der Skala angesiedelt. Es sterben auch regelmäßig Reinigungskräfte und Müllwerker, die den Abfall zum Teil mit bloßen Händen wegräumen, weil sie auch zu gefährlichen Aufgaben herangezogen werden.



Auch in diesem Viertel gibt es zwischen den Neubauten noch kleine Häuser, die auf einen älteren Dorfkern schließen lassen. Man merkt in diesen Abschnitten auch sofort, dass dort das Leben etwas anders ist, dass sich die Menschen gut kennen und einen anderen sozialen Zusammenhalt pflegen als diejenigen in den Apartmentkomplexen.



Dennoch sind alle von Müll umgeben.



Als Mittel das Abladen von Müll zu unterbinden, dienen Bilder der Gottheiten, denn dort möchte natürlich niemand Müll entsorgen, da das sicher spirituelle Konsequenzen hätte.

Bhimrao Ramji Ambedkar




Bhimrao Ramji Ambedkar war ein Rechtsanwalt, Politiker und Sozialreformer, der aus einer Bevölkerungsgruppe stammt, die den so genannten Dalit (kastenlosen) zuzurechnen ist. Nach seinem Studium, das er teilweise in den USA absolviert hat, wurde er schließlich erster Justizminister im unabhängigen Indien und setzte sich für die Gleichstellung der Dalit ein.

Heute wird sein 125. Geburtstag gefeiert, weshalb an vielen Stellen der Stadt große Plakate aufgestellt worden sind, um ihn zu ehren.

Doch auch im Kleinen wird er wie eine Gottheit verehrt.

Drucksachen im öffentlichen Raum




Botschaften im öffentlichen Raum sind ja doch immer wieder faszinierend.

Wednesday, April 13, 2016

Malleshwaram I




Malleshwaram ist ein Stadtteil, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Ausbruch der Pest als Stadterweiterung in Richtung Nordwesten geplant wurde. Im Gegensatz zu manch anderem Stadtteil gibt es hier noch schmale Straßen und (etwas) ältere Häuser. In Bangalore ist in den letzten 15 Jahren sehr viel verändert worden. Es wurden viele alte Häuser abgebrochen, um Straßen zu erweitern, Bürgerproteste halfen wenig.

Sunday, April 10, 2016

Thigala Village




Heute war die offizielle Eröffnung des bangaloREsidency-Programms und es begann mit einer Rundfahrt zu allen möglichen Kulturorten der Stadt. Ein Programmpunkt war der Besuch eines ehemaligen Dorfes, das direkt am botanischen Garten Lal Bagh gelegen ist. Es handelt sich gewissermaßen um ein Dorf, das die Stadt sich einverleibt hat, wobei noch ein paar dörfliche Strukturen bewahrt wurden.



Es sieht aber so aus, als ob auch dieses Dasein endlich ist, da der Druck auf solche kleinteiligen Strukturen sehr hoch zu sein scheint und sich die Apartmenthäuser schon sehr nah herangeschoben haben. Zudem scheinen einige der Strukturen auch bereits verlassen zu sein, an anderen Stellen wird abgebrochen.


Da es direkt am botanischen Garten liegt, scheint der Verkauf von Pflanzen das wesentliche Merkmal zu sein, dem entsprechend gibt es einige Plant Nurseries, in Deutschland würde man wohl Gartencenter dazu sagen. Dort gibt es jede Menge Pflanzen zu kaufen, die in Deutschland auch zahlreiche Büros schmücken, nur dass sie hier eben unter natürlichen Bedingungen wachsen. Sie werden außerhalb von Bangalore gezogen und dann hierher gebracht.

Die Sprinkleranlage bietet eine willkommene Erfrischung an einem doch sehr heißen Tag.

Und schließlich wurden wir noch zu Gästen einer Hochzeitsfeier, die bereits gestern stattgefunden hatte, heute waren die Feierlichkeiten allerdings wohl noch nicht beendet, auch wenn vom Brautpaar nichts zu sehen war und es auch sonst nicht festlich erschien. Aber wir wurden mit Cola bewirtet und hatten Spaß mit den Parakeets.

Übrig war aber noch die Dekoration.

Saturday, April 09, 2016

Bangalore/Bengaluru



Mein neues Zuhause ist für die nächsten zwei Monate Bangalore oder Bengaluru, wie es offiziell heißt. Hier bin ich Gast einerseits des Goethe-Instituts und andererseits des Indian Institute for Human Settlements. Ich wohne im Gästehaus des Instituts, das in einem eher ruhigen Stadtteil nördlich der Innenstadt gelegen ist. Von der Terrasse aus gibt es einen Seeblick, allerdings ist mein Zimmer im Souterrain gelegen. Das Haus ist von viel Grün umgeben und man hört sehr lautes Vogelgezwitscher, Hundegebell und – sehr weit entfernt – das Hupen von Autos und Mofas.


Insgesamt sind wir zehn Stipendiat_innen des Goethe-Instituts, allerdings sind alle bei unterschiedlichen lokalen Institutionen untergebracht, so dass wir uns nicht dauernd sehen, sondern uns eher verabreden müssen. Nur in der ersten Woche gibt es ein gemeinsames Programm, um uns und Bangalore kennenzulernen.


Bisher bin ich noch nicht so weit gekommen, ich habe heute lediglich ein wenig die Nachbarschaft zu Fuß erkundet. Hier einige Impressionen aus den Stadtteilen Sadashivanagar und Rajamahal Vilas Extension.