Thursday, March 26, 2009

Küçükçekmece




Westlich des Istanbuler Flughafens – auf der europäischen Seite – gibt es einen großen See, der kurz hinter dem Strand liegt. Am Seeausgang gibt es ein kleines Flüsschen, das einen Zugang zum Meer bietet. Weil wir aber in Istanbul sind, führt natürlich eine Autobahn zwischen See und Meer entlang, so dass es da nicht wirklich schön ist.



Aber an einem windigen Tag mit einer ordentlichen Brandung sorgt das Meer selbst dafür, dass man die Autobahn nicht mehr hört und dann ist es eben doch sehr schön. Die Stadtverwaltung hat sich in diesem Teil der Stadt auch sehr viel Mühe gegeben, so dass man tatsächlich mehrere Kilometer am Ufer entlang gehen kann. Etwas weiter stadteinwärts gibt es sogar recht neu angelegte Badebuchten mit nagelneuen Umkleidekabinen.

Monday, March 23, 2009

Wahlkampf I



Der Wahlkampf tobt hier nun in seiner Endphase – am nächsten Sonntag finden in der Türkei Kommunalwahlen statt. Seit Wochen werden die Straßen von Istanbul mit Fähnchen aller Parteien voll gehängt und ich dachte schon, der Höhepunkt sei längst erreicht. Aber weit gefehlt: Innerhalb einer Woche haben die Parteifreunde gezeigt, dass noch viel mehr geht. Inzwischen hängen die Fahnenreihen doppelt und dreifach übereinander, die politischen Kandidaten sind kaum auszumachen auf den Bannern, die dazwischen hängen.



Vermutlich ist die AKP deshalb dazu übergegangen, Präsident Erdoğan, der ja gar nicht zur Wahl steht, auf Großplakaten an Baustellen zu plakatieren. Auch sind heute tagsüber am Anleger in Kadiköy mobile Pavillons der Parteien aufgestellt worden (Bilder folgen).




Etwas irritierend ist, dass drei Parteien die Farben der Türkei, also Rot und Weiß benutzen: Die CHP (die Kemalisten), die MHP (die Nationalisten) und die Saadet (die Islamisten).




Insofern hat die AKP (die regierenden Konservativen mit religiösem Einschlag) quasi alles richtig gemacht, indem sie andere Parteifarben gewählt hat (Blau, Weiß, Orange), was dann besonders auffällt, wenn viele Fahnen über- und nebeneinander hängen. Die AKP hat allerdings auch das beste Parteilogo, denn man hat den Eindruck, sie hat die Glühbirne erfunden (ok, das mutet nach der Entscheidung, Glühbirnen europaweit zu verbieten, vielleicht etwas gestrig an, scheint mir aber dennoch ein geschickter Schachzug zu sein).



Es wird im Stadtbild sehr deutlich, dass die AKP über das größte Budget verfügt, denn sie wirbt auf den meisten offiziellen Plakatwänden. In Ankara gibt es übrigens überhaupt keine Fahnen im Stadtbilde, dort hängen sie lediglich an den Parteizentralen. In Ankara findet der Wahlkampf ausschließlich über große Plakatwände statt wie es scheint, so dass dort die AKP ohnehin unangefochten zu sein scheint.



Es heißt, dass vor dem Wahltag alle Fahnen und Plakate verschwinden müssen. Wie diese Unmenge an Fahnen beseitigt werden soll, ist mir bisher ein rätsel, aber ich werde ja hier sein, um zu sehen, ob das wohl klappt.

Saturday, March 21, 2009

Goldene Autos II



Die Invasion der goldenen Autos hält unvermindert an: Ob in den Straßen von Istanbul oder von Ankara, das goldene Auto erfreut sich großer Beliebtheit. Hier eine neue Auswahl aus der umfangreichen Sammlung:






Ankaraautobahnpanorama



Auch Ankara hat natürlich sehr schöne innerstädtische Schnellstraßen, an denen etliche Ministerien, militärische Einrichtungen und natürlich Shopping Malls liegen. Das hier vorgestellte Exemplar beherbergt an dieser Stelle Studentenwohnheime und andere Wohnhäuser. Etwas weiter nördlich befindet sich jedoch auch die »Ankamall«, ein ziemlich großes Einkaufszentrum.

Taksi



Die gelben Taxis fahren hier wirklich immer und überall herum, manchmal hat man das Gefühl, dass allein die Taxis Schuld am Stau sind, insbesondere nachts. In Ankara scheint es aber noch nicht auszureichen, dass jedes zweite oder dritte Auto auf der Straße ein Taxi ist. Insofern sind Taxirufmelder auch an Zäunen, Laternenpfählen oder Hauseingängen platziert. Es sieht so aus, also ob auf Knopfdruck ein Taxi kommt.



Die jeweils nach Bezirken eingeteilten taxizentralen sind mitunter sehr kleine Hütten, die den Taxiverkehr koordinieren. In Istanbul werben die Bezirksbürgermeister im Wahlkampf damit, dass sie neue Taxizentralen eingerichtet haben.

Pferdefuhrwerke



Trotz des wilden Autoverkehrs sieht man immer mal wieder Pferdefuhrwerke auf Istanbuls und Ankaras Straßen. Sie werden hauptsächlich dazu verwendet, irgendwelche Dinge zu transportieren, manchmal wird aber auch Obst und Gemüse vom Anhänger aus verkauft.

Friday, March 20, 2009

Stadtplanung



Inwieweit in der Türkei tatsächlich Stadtplanung betrieben wird, ist manchmal nicht ganz klar. Tatsache ist, dass der spätere Berliner Bürgermeister Ernst Reuter als erster eine Professur für Stadtplanung in Ankara innehatte und dieses Forschungsgebiet in der Türkei eingeführt hat. An der METU kann man Stadtplanung studieren und es gibt auch ein Stadtplanungsbüro in Ankara.




Nördlich der Altstadt gibt es jede Menge Gecekondu an den Hängen. Offensichtlich versucht die Stadtverwaltung aber, diese Gecekondu loszuwerden, indem sie sie abreißt und die Menschen in Apartmenthochhäusern ansiedelt. Die Trümmer werden jedoch nicht weggeräumt, sondern bleiben dort liegen. Die neu gepflasterten Wege führen direkt in die Trümmerhalden, in denen sich Trampelpfade geformt haben. Es macht den Eindruck, als ob die Bewohner der Apartmenthäuser nach wie vor die Trampelpfade in ihrer alten Nachbarschaft benutzen. Es ist allerdings nicht ganz klar, warum einige Hütten stehen geblieben, während die anderen mit Baggern zerstört wurden.

Ankarapanorama




Die Burg von Ankara kann man nicht besuchen, aber ein Stück der Burgmauer ist für Besucher zugänglich. Von dort hat man einen super Panoramablick.